FAQ · Schweiz

Häufige Fragen zur Pflege in der Schweiz

Von Hilflosenentschädigung über Spitex bis Vorsorgeauftrag – alle Antworten auf einen Blick.

24 Antworten
Hilflosenentschädigung

Was ist die Hilflosenentschädigung?

+

Eine Geldleistung der AHV oder IV für Personen, die im Alltag dauerhaft auf die Hilfe Dritter angewiesen sind – unabhängig von Einkommen und Vermögen.

Hilflosenentschädigung
Hilflosenentschädigung

Wer erhält HE der AHV?

+

AHV-Rentnerinnen und -Rentner ab mittlerer Hilflosigkeit; leichte HE wird nur in Sonderfällen (z. B. Demenz) ausgerichtet.

Hilflosenentschädigung

Wie hoch ist die HE?

+

Je nach Grad und Aufenthaltsort zwischen CHF 123 (IV, Heim, leicht) und CHF 1'970 (IV, zu Hause, schwer). Stand 2025.

Beträge im Detail
AHV

Wo beantrage ich die HE der AHV?

+

Bei der Ausgleichskasse, die Ihre Rente ausrichtet.

AHV

Was sind Betreuungsgutschriften?

+

Fiktives Einkommen für Angehörige, die Personen mit mittlerer oder schwerer HE betreuen – wirkt bei der späteren AHV-Rentenberechnung.

Betreuungsgutschriften
IV

Was ist der Assistenzbeitrag?

+

Leistung der IV, damit Menschen mit Behinderung Assistenzpersonen anstellen können und zu Hause leben – zusätzlich zur HE der IV.

Assistenzbeitrag
IV

Was ist der Intensivpflegezuschlag?

+

Zusatzleistung der IV für minderjährige Versicherte mit besonders hohem behinderungsbedingtem Betreuungsaufwand.

Intensivpflegezuschlag
EL

Wer hat Anspruch auf EL?

+

AHV- und IV-Rentnerinnen und -Rentner, deren anerkannter Bedarf höher ist als das anrechenbare Einkommen.

Ergänzungsleistungen
EL

Muss ich Vermögen zuerst aufbrauchen?

+

Nein. Es gelten Vermögensfreibeträge (2025: CHF 100'000 für Alleinstehende) und nur ein Teil des Vermögens wird angerechnet.

EL

Sind EL steuerpflichtig?

+

Nein, sie sind steuerfrei.

Spitex

Öffentliche oder private Spitex?

+

Beide dürfen KVG-pflichtig abrechnen, wenn sie kantonal anerkannt sind. Die Wahl ist frei.

Spitex
Spitex

Was zahlt die Krankenkasse?

+

Einen bundesweit einheitlichen Beitrag pro Zeiteinheit. Der Eigenanteil ist gedeckelt, den Rest übernimmt der Kanton bzw. die Gemeinde.

Spitex

Wird die Hauswirtschaft übernommen?

+

Nein. Hauswirtschaftliche Leistungen sind selbst zu tragen; EL können helfen.

Pflegeheim

Was kostet ein Pflegeheim?

+

Je nach Kanton und Pflegestufe zwischen CHF 6'000 und CHF 12'000 pro Monat.

Pflegeheim
Pflegeheim

Wer zahlt bei aufgebrauchtem Vermögen?

+

Ergänzungsleistungen und – wenn nicht ausreichend – die Sozialhilfe des Wohnkantons.

Pflegeheim

Was ist Übergangspflege?

+

Bis 14 Tage intensive Pflege nach dem Spitalaufenthalt, ohne Eigenanteil auf die Pflege.

Übergangspflege
Vorsorge

Was ist der Vorsorgeauftrag?

+

Sie bestimmen, wer für Sie handelt, falls Sie urteilsunfähig werden. Handschriftlich oder notariell beurkundet.

Vorsorgeauftrag
Vorsorge

Wie lange gilt die Patientenverfügung?

+

Sie ist unbefristet gültig; empfohlen wird eine Überprüfung alle 2 Jahre.

Patientenverfügung
Vorsorge

Was macht die KESB?

+

Sie ordnet Beistandschaften an, validiert Vorsorgeaufträge und beaufsichtigt gesetzliche Vertretungen.

Erwachsenenschutzrecht
Betreuung

Was ist der Entlastungsdienst?

+

Ausgebildete Betreuungspersonen entlasten pflegende Angehörige stunden- oder tageweise – z. B. SRK, Pro Senectute.

Entlastungsdienst
Angehörige

Was ist der Betreuungsurlaub?

+

14 Wochen bezahlter Urlaub für Eltern schwer kranker Kinder – 80 % Einkommen, max. CHF 220 / Tag.

Betreuungsurlaub
Angehörige

Wie lange ist der Kurzurlaub?

+

Bis 3 Tage pro Ereignis, max. 10 Tage pro Jahr (bei Kindern kein Jahreslimit).

Kurzurlaub
Finanzierung

Wie funktioniert die Pflegefinanzierung nach KVG?

+

OKP zahlt einen Fixbeitrag, die Person höchstens 20 % des höchsten OKP-Beitrags, den Rest übernehmen Kanton und Gemeinde.

Pflegefinanzierung KVG
Finanzierung

Warum gibt es kantonale Unterschiede?

+

Kantone regeln Restfinanzierung, Höchsttaxen und zusätzliche Leistungen selbst.

Kantonale Unterschiede

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